Art Tour

Habitat - Performances von Ivy Lee Fiebig und Setu

28 Apr 2018

Regular hours

Saturday
11:00 – 19:00

Cost of entry

Free Entry

Bärenzwinger

Berlin
Berlin, Germany

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Im Rahmen der aktuellen Ausstellung »Habitat« von Miriam Jonas und Andreas Greiner

Performances von
Ivy Lee Fiebig
Setu (Akihiro Yamamoto & Takafumi Tsukamoto)
und Rundgang durch die Ausstellung mit Nadia Pilchowski und Marie-Christin Lender

About

DE
Paradigmatisch für Zooarchitekturen gibt die Bauweise des Bärenzwingers eine starre Trennung zwischen menschlichen und tierischen Aufenthaltsbereichen vor. Als erste Ausstellung im Themenschwerpunkt »Architekturen der Segregation« sucht »Habitat« mittels unterschiedlicher künstlerischer Strategien diese Grenzen aufzuweichen und neue Interpretations- und Erfahrungsräume zu schaffen.

Die Bildhauerin Miriam Jonas, deren Arbeiten sich oftmals im Spannungsfeld von perfekter Oberfläche und dem davon überspielten Unheimlichen bewegen, überlagert die Innenwände der Käfige und verwandelt die drei Zellen, die durch niedrige, ursprünglich für die Bären angelegte Durchgangsschleusen verbunden sind, in eine begeh- beziehungsweise bekriechbare Skulptur.
Biolumineszierende Algen, (Plankton) finden ihr Habitat in den architektonischen Begrenzungen der Skulptur von Andreas Greiner. Das oftmals als ästhetisch schön empfundene Leuchten der Mikroorganismen im dunklen Raum – wie wir es aus dem Meer kennen, wo sich Plankton in Vielzahl findet – führt uns gedanklich an den Ursprung allen Lebens.

Performance »Wasser ist schwer« von Ivy Lee Fiebig

In dem Außengehege ließ Architektin Ivy Lee Fiebig ein Biotop für Algen entstehen in dem sie seit Beginn der Ausstellung vor Ort eine Symbiose mit dem Frühlingsalgenflor eingeht und einen biologischen Kreislauf innerhalb einer geschlossenen Einheit erprobt. Eine mit einem Fahrrad betriebene Pumpe sorgt für den Austausch zwischen den verschiedenen organischen und anorganischen Entitäten, die sich in kontinuierlicher Umwandlung befinden. In einem Wettlauf um die Aufrechterhaltung der lebensnotwendigen Bedingungen wird das Fahrrad betrieben, um das Algenwachstum zu potenzieren und damit den Prozess der Photosynthese und die Produktion von Energie und Nahrung sowie die Trinkwasseraufbereitung zu beschleunigen. Ziel dieses architektonischen Entwurfs einer künstlich hergestellten Eine-Frau-Biosphäre ist es, ein Gleichgewicht zwischen Mensch, Umwelt und der darin lebenden Wesen herzustellen.

Performance »Koke no Ori« von Setu

Moos mit seiner samtigen, gleichmäßigen Oberfläche besticht durch Genügsamkeit und Eleganz. Die schlichte Schönheit japanischer Moosgärten, wie sie beispielsweise in Zen-buddhistischen Klöstern und hier von dem japanischen Architekten-Künstler-Duo Setu, bestehend aus Akihiro Yamamoto und Takafumi Tsukamoto, angelegt werden, gründet in einem tiefen Respekt für das feine Bodengewächs. Nicht nur nach einem ästhetischen Sinn strebend, sondern auch in Absicht, das delikate Moos, das an den Mauern und zwischen den eisernen Stäben, die das Außengehege abgrenzen, gewachsen ist vor Mensch, Tier und trockener Witterung zu schützen, wird ihm ein optimales Habitat geschaffen.

Kuratiert von Nadia Pilchowski und Marie-Christin Lender

ENG
Paradigmatic for zoo architecture the structure of the Bärenzwinger (bear pit) provides a rigid separation between human and animal areas. As the first exhibition within the thematic frame of “Architectures of Segregation”, “Habitat” seeks to undermine these boundaries by means of two different artistic strategies that create new space for interpretation and experience.

Miriam Jonas, whose works often move between the poles of perfect surfaces and their immanent, covered uncanny effects, overlays the interior walls of the bear cages with a new layer of material, thereby transforming the three cages, all connected via low-lying passages originally built for the animals, into a walkable, or rather, crawlable sculpture.
Bioluminescent algae (plankton) find their habitat within the architectural limitations of Andreas Greiner's sculpture. The often as aesthetically pleasing experienced glow of the micro-organisms in a darkened space – as it is familiar to us in the sea where plankton is found in abundance – calls to mind the origins of all life.

Performance »Water is heavy« by Ivy Lee Fiebig

Within the outdoor enclosures, Ivy Lee Fiebig has been creating a biotope for algae and entered with the start of the exhibition into a symbiosis with the algae bloom, testing a biological cycle within a closed unit.
A bicycle-powered pump provides the exchange between the various organic and inorganic entities, which find themselves in continuous transformation. In a race for the maintenance of vital conditions, the bicycle is operated to potentiate the growth of algae, thereby accelerating the process of photosynthesis and the production of energy, nutrition as well as purifying drinking water. The goal of this architectural design of an artificially produced one-woman-biosphere is to achieve equilibrium between the human, the environment and the all other living beings which inhabit it.

Performance »Koke no Ori« by Setu

Moss with its velvety, even surface captivates with contentment and elegance. The simple beauty of Japanese moss gardens, as they are created for example in Zen Buddhist monasteries and here by the Japanese architect-artist duo Setu, consisting of Akihiro Yamamoto and Takafumi Tsukamoto, are founded in deep respect for the fine soil plant. Striving not only for an aesthetic sense, the delicate moss that grows on the walls and between the iron bars separating the outer enclosure at Bärenzwinger, gets protected from humans, animals and dry weather and find a new optimised habitat.

Curated by Nadia Pilchowski and Marie-Christin Lender

***

Mehr Informationen zur Ausstellung und den Künstler*innen unter:
https://www.baerenzwinger.berlin/Programm/Habitat/
https://www.miriamjonas.de/
http://www.andreasgreiner.com/

Das zweijährige Ausstellungsprogramm im Bärenzwinger gliedert sich in drei thematische Schwerpunkte. Der erste mit dem Titel „Spuren des Animalischen“ befasst sich mit der spürbaren Absenz / Präsenz der Bären. Der zweite Schwerpunkt fokussiert „Architekturen der Segregation“, die sowohl die Innen- als auch die Außenräume des Bärenzwingers durchziehen. Unter dem Titel „Projektionen der Ununterscheidbarkeit“ entwickelt der dritte kuratorische Programmpunkt schließlich Ideen für Perspektiven und zukünftige Szenarien des Bärenzwingers.​

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Spartenübergreifende Förderung und den Fonds für Ausstellungsvergütung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa sowie durch die innogy Stiftung für Energie und Gesellschaft gGmbH.

Curators

Nadia Pilchowski

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