Exhibition

VENTOUX - Christine Schulz

16 Mar 2011 – 20 Apr 2011

upstairs berlin

Berlin, Germany

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  • Lustgarten, Staatsoper, Am Kupfergraben
  • S+U Friedrichstraße, S Hackescher Markt
  • S+U Friedrichstraße,

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In der multimedialen Installation VENTOUX bewegt sich Christine Schulz thematisch an der Schnittstelle zwischen Natur und Kultur. Die im Titel enthaltenen Anspielung auf den französischen Mont Ventoux bezieht sich zunächst auf Francesco Petrarca, der mit der Schilderung seiner Besteigung dieses Berges im Jahr 1336 das erste Zeugnis einer Naturerfahrung ablegt, in dem die ästhetische und kontemplative Betrachtung der Natur als Selbstzweck im Vordergrund steht. Petrarca begründete so nicht nur den modernen Alpinismus, sondern formulierte in den Augen einiger Forscher auch den Schlüsselmoment im à Š“bergang des Mittelalters in die Neuzeit. Von hier ausgehend entwickelt Christine Schulz eine breitgefächerte Betrachtung über unser Verhältnis zur Natur, die sie zwischen einer noch von der Romantik bestimmten Vorstellung des wilden, unberührten Idealzustands und der von technisch-ökonomischen Bedingungen bestimmten Vorstellung von Kulturlandschaften verortet. Die urbanisierte Gesellschaft scheint Natur nur noch in Extremen zu erfahren: hier die Entfremdung durch technischen und kulturellen Fortschritt, dort der sehnsuchtsvolle Wunsch nach der unverfälschten Schöpfung. Während wir die Natur in Grünanlagen und Parks auf saubere und sichere zurechtstutzen, ist die Wildnis oft noch kaum mehr als Kulisse für Extremsportler oder Abenteuerurlauber. Echtes Naturerleben wird immer seltener. Die Angst vor der immer noch unberechenbaren Gewalt der Natur angesichts von Naturkatastrophen, die das Bild eines Vulkanausbruchs hervorruft, wird kontrastiert mit Aufnahmen von Zootieren, die wie Sinnbilder einer vollkommenen Zähmung des Wilden durch den Menschen funktionieren. Eine Assoziation, die die Künstlerin mit Fotografien ausgestopfter Tiere in Dioramen noch auf die Spitze treibt. Es wird klar, dass wir uns nicht nur fragen sollten, wie viel Natur wir brauchen, sondern auch, wie viel wir ertragen.

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