Exhibition

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Pesticide Pop

15 Feb 2020 – 14 Mar 2020

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Closed
Tuesday
14:00 – 18:00
Wednesday
14:00 – 18:00
Thursday
14:00 – 18:00
Friday
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Berlin
Berlin, Germany

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  • U Schönleinstraße

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„No witchcraft, no enemy action had silenced the rebirth of new life in this stricken world. The people had done it themselves.”
– Rachel Carson, Silent Spring

About

In ihrem Buch Silent Spring von 1962, in dem sie sich mit Umweltschutz auseinandersetzt, warnte Rachel Carson die Leser vor den Gefahren der chemischen Industrie und dem weit verbreiteten Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft.
Kirsten Stolles Kunstpraxis folgt Carsons Beispiel, indem sie die weit verbreiteten Fehlinformationen von Biotechnologieunternehmen von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart aufdeckt.

Pesticide Pop setzt die Forschung der Künstlerin über agrochemische Riesen wie Monsanto fort, die bereits in den 60er Jahren eine parodistische Widerlegung von Silent Spring veröffentlichten. Stolles Taktiken von Redaktion, Verzögerung und Aneignung in verschiedenen Medien erzählen die wahre, toxische Geschichte solcher Konglomerate neu und verfolgen die Verbindungen zwischen Unternehmensinteressen und öffentlicher Gesundheit.

Audiodateien aus den 1940 und 1950er Jahren des US-Landwirtschaftsministeriums werden extrahiert, collagiert und geloopt; abgeriebene Aktienzertifikate von Chemieunternehmen werden mit Letraset-Symbolen überlagert; aktuelle irreführende Anzeigen in der NY Times über den Chemikalienverbrauch werden korrigiert oder blockiert; ein von Monsanto geschalteter Fernsehspot wird in eine Reihe von Leuchtkästen verwandelt, deren Phrasen das  „Greenwashing“ des Unternehmens anprangern. Wenn die Zuschauer*innen in einem überdimensionalen Wortsuchrätsel Worte finden wie Militär – DDT – Gerichtsverfahren – transgen – Krieg, tritt die Umweltgewalt der Industrie ans Tageslicht.

Während Stolle Humor einsetzt – die titelgebende Serie rekontextualisiert auf satirische Art und Weise die Unkrautvernichter als Pop Art – bringt ihre Arbeit die ernste Realität der lang anhaltenden Toxizität auf unseren Körper, unsere Ökosysteme und die Umwelt nahe. Mit der jüngsten Fusion von Bayer und Mondsanto und den richtungsweisenden Klagen von Krebspatienten gegen das Unternehmen kommt die Ausstellung zu einem entscheidenden Zeitpunkt, in dem mit den Worten von Carson: „the contamination of man’s total environment with such substances of incredible potential for harm … [goes] to shatter or alter the very material of hereditary upon which life depends.”
 

Exhibiting artists

Kirsten Stolle

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