Exhibition

Finissage: "IF IT MOVES, IT'S OUTMODED"?

1 Feb 2020

Regular hours

Sat, 01 Feb
18:00 – 22:00

Kunstraum am Schauplatz

Vienna
Vienna, Austria

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Am Samstag den 01.02.2020 finissiert im un­ab­hän­gi­gen  Pro­jekt­raum Kunst­raum am Schau­platz die Aus­stel­lung „If It Mo­ves, It´s Out­mo­ded?“ mit dem Fo­kus auf neue Schwei­zer Ki­ne­ti­sche Kunst.

Sie zeigt Ar­bei­ten von neun zu­meist jun­gen Schwei­zer Künst­lern, un­ter Be­tei­li­gung ei­nes  ame­ri­ka­ni­schen Künst­lers. Ku­ra­tor der Aus­stel­lung ist Ric­car­do Lisi, Lei­ter des Pro­jekt­raums >La Rada< (Lo­car­no) und Au­tor der von Pro Hel­ve­tia, Schwei­zer Kul­tur­stif­tung ge­för­der­ten ku­ra­to­ri­schen For­schungs­ar­beit glei­chen Ti­tels.

Der Ti­tel der Aus­stel­lung und  For­schungs­ar­beit ist ei­nem Vers aus  >An­gel of Yaw< (S.45) des ame­ri­ka­ni­schen Schrift­stel­lers Ben Ler­ner ent­nom­men:

“Wenn es von der Wand hängt, ist es Ma­le­rei. Wenn es sich am Bo­den be­fin­det ist es Skulp­tur. Ist es sehr groß oder klein, ist es kon­zep­tu­ell. Wenn es Tei­le der Wand, Tei­le des Bo­dens formt, ist es Ar­chi­tek­tur. Musst du ein Ti­cket kau­fen, ist es mo­dern.

Wenn du be­reits her­in­nen bist und du zah­len musst um wie­der her­aus zu kom­men, ist es umso mo­der­ner. Kannst du her­in­nen sein ohne zah­len zu müs­sen, ist es eine Fal­le.

Wenn es sich be­wegt, ist es alt­mo­disch. Musst du hin­auf schau­en, ist es re­li­gi­ös. Musst du hin­un­ter schau­en, ist es rea­lis­tisch. Ist es ver­kauft wor­den, ist es ne­ben­säch­lich. Wenn du es se­hen willst und ein Me­tall­de­tek­tor pas­siert wer­den muss, ist es öf­fent­lich."

Der Ku­ra­tor stammt aus Ita­li­en, dem Land, in dem die Ki­ne­ti­sche Kunst ent­stan­den ist. In der Schweiz ar­bei­tend, war Lisi be­geis­tert da­von, wie prä­sent die Ki­ne­ti­sche Kunst in der Schwei­zer Kunst­pro­duk­ti­on bis heu­te noch ist. 

Dies steht ver­mut­lich auch in Zu­sam­men­hang mit den ver­schie­de­nen kul­tu­rel­len Cha­rak­te­ris­ti­ken der Schwei­zer Na­ti­on, wie es sich etwa im Mul­ti­lin­gua­lis­mus wi­der­spie­gelt. In der Schweiz ist die Spra­che nicht so bin­dend wie an­ders­wo. Hier fin­det man das Über­win­den von Sprach­bar­rie­ren so­wie da­mit ein­her­ge­hend die Ver­brei­tung von vi­sio­nä­ren Ide­en. So er­set­zen die Me­ta­pher als auch die El­lip­se oft  die tex­tu­el­le Be­schrei­bung. Heu­ris­tik er­setzt die Ge­schichts­schrei­bung und die ra­tio­na­le „Sphe­re of téch­ne“ wird ver­wen­det um ein non­ra­tio­na­les und phan­tas­mo­lo­gi­sches Re­sul­tat zu er­zie­len.

Jene Frei­heit von der Starr­heit des Ver­fas­sens ei­nes Kon­zepts in ei­ner sin­gu­lä­ren, te­tra­go­na­len Spra­che, kann als ein be­grün­den­des Ele­ment ei­nes ge­wich­ti­gen As­pekts der Schwei­zer Kunst, und zwar sei­ner vi­sio­nä­ren Na­tur, ver­stan­den wer­den. Hier scheint et­was an­de­res em­por zu kom­men, spe­zi­ell in der zeit­li­chen Dis­tanz der <bachlor ma­chi­nes< ei­nes Tin­gue­ly und an­de­rer Au­to­ren.

Schweiz­weit sind vie­le Künst­ler ver­sucht neu­ar­ti­ge Ty­pen an Kunst­ob­jek­ten zu er­schaf­fen und for­ma­le Be­rei­che neu aus­zu­lo­ten. Ar­bei­ten die sich von pu­ren ex­pres­si­ven Ka­te­go­ri­en und Be­rei­chen be­frei­en. Ein Land, das schon seit dem Ende des 13. Jhdt. selbst­be­stimmt ist und heu­te ei­nen sehr ho­hen Grad an Wohl­stand er­langt hat, lässt uns das Neue, das Ver­schie­de­ne, das Auf­re­gen­de leich­ter vor­stel­len. Re­sul­tie­rend aus der For­schung, ifit­mo­ves.ch, zeigt die Aus­stel­lung sehr ver­schie­de­ne For­men der Ki­ne­ti­schen Kunst, ein Be­griff dem der Ku­ra­tor eine brei­te­re Be­deu­tung ein­räu­men möch­te. In so man­chem Fall hat die Be­we­gung schon statt ge­fun­den oder mög­li­cher­wei­se erst in der Zu­kunft.

Im Kunst­raum am Schau­platz wer­den über­ra­schen­de me­cha­ni­sche Ar­bei­ten von Luca Me­not­ti, die sich mit Feu­er und Wär­me in Be­we­gung set­zen, als auch Klang­skulp­tu­ren des Ame­ri­ka­ners Har­ry Drums und Eli­sa Storel­li ge­zeigt.

Ein kom­ple­xer Me­cha­nis­mus, fä­hig ei­nen “Ra­dia­to­ren­tanz” auf­zu­füh­ren, ist in­herent in Bas­ti­en Ga­chets Ar­beit. Cas­sidy To­ners ki­ne­ti­sche Skulp­tur, ein Herz aus Fet­zen fürch­tend sich in ei­nem Müll­sack zu ver­ste­cken, ist spe­zi­ell ver­spielt.

Ein be­son­ders ver­sier­ter Ver­tre­ter Ki­ne­ti­scher Kunst, Ra­mon Fel­ler, der ei­gens für die Aus­stel­lung Ar­bei­ten an­ge­fer­tigt hat wird ver­tre­ten sein. Sein Stu­dio­kol­le­ge in Zü­rich, Brig­ham Baker, der Ar­bei­ten er­schafft die mit na­tu­rel­len Ele­men­ten in Ver­bin­dung ste­hen, in dem Fall Staub und In­sek­ten die an Fens­tern ei­nen To­des­kampf aus­tra­gen. Chris­ti­ne Boil­lats Ar­beit ist ein­falls­reich und ly­risch, wäh­rend die Ar­bei­ten von Elo­die Pong leicht und ele­gant wahr­nehm­bar sind.

Gy­sin&Va­net­ti, ein Tes­si­ner Duo, die be­reits zur Er­öff­nung des MUDA (Mu­se­um of di­gi­tal Art in Zu­rich) re­üs­sier­ten, ver­wen­den bei­de elek­tro­me­cha­ni­sche und di­gi­ta­le Tech­no­lo­gi­en mit ei­nem gross­ar­ti­gen Sinn für Iro­nie.

Zur Ver­nis­sa­ge wird es zwei Skulp­tu­ren in Be­trieb zu se­hen ge­ben, von Luca Mi­not­ti und Har­ry Druzd - die über die Lauf­zeit der Aus­stel­lung dann nur­mehr als Vi­deo­do­ku­men­ta­ti­on zu se­hen sein wer­den.

Das Aus­stel­lungs­pro­jekt wird von Pro Hel­ve­tia, Schwei­zer Kul­tur­stif­tung, BKA und der Stadt Wien fi­nan­zi­ell un­ter­stützt. 

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