Exhibition

Eleven: Artists Of Gallery

13 Nov 2020 – 16 Jan 2021

Regular hours

Friday
10:00 – 18:00
Saturday
10:00 – 18:00
Tuesday
10:00 – 18:00
Wednesday
10:00 – 18:00
Thursday
10:00 – 18:00

Free admission

Kang Contemporary

Berlin
Berlin, Germany

Address

Travel Information

  • 248 Jüdisches Museum
  • U6 Kochstraße

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ELEVEN: ARTISTS OF GALLERY

FRIDAY, NOVEMBER 13, 2020 FROM 14:00-21:00

EXHIBITION DURATION
November 14, 2020 - January 16, 2021

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About

In einer Zeit des Abstands und der Isolation bringt die Galerie KANG Contemporary elf ihrer Künstlerinnen und Künstler zusammen, rückt ihre Werke mit der Ausstellung Eleven: Artists of the Gallery gemeinsam in den Vordergrund:

Vemo Hang untersucht in ihren malerischen Arbeiten verschiedene Möglichkeiten, abstrakte Bildelemente und Landschaftsbilder miteinander zu verbinden und einander gegenüberzustellen. Hierfür verwendet sie zwei Arten von Bildkörpern: an der Wand montierte, malerisch bearbeitete skulpturale Installationen einerseits, Landschaftsmalerei auf Leinwand andererseits. So lädt Hang auf unterschiedliche Weisen die Betrachtenden ein, über Konzepte von Landschaft und Räumlichkeit zu reflektieren: Während ihre skulpturalen Installationen übertrieben vergrößerte Modelle von Go/Weiqi-Spielsteinen darstellen, sind die Landschaften in Hangs Gemälden imaginierte Orte, die sich nahtlos aus einer Vielzahl unabhängiger Szenen zusammenfügen. Die Bilder sind dabei moderne Varianten des Shanshui, der traditionellen chinesischen Landschaftsmalerei.

Seit Anfang der 2000er Jahre konzentriert sich Dirk Eicken auf die Verwendung von Fotografien aus dem Zeitgeschehen, so auch als Ausgangspunkt für seine mehrschichtigen Acryl- und Ölgemälde. Bei Eleven: Artists of the Gallery zeigt er eine Serie von jeweils monochromatisch gemalten Bildern. Die Arbeiten bestehen aus zwei Leinwänden, wobei die untere, verborgene Schicht fotorealistische Porträts von Flüchtlingen abbildet, während die obere Schicht diese Bilder bedeckt. Betitelt wird die jeweilige Arbeit mit dem Namen des Geflüchteten. Eickens Interesse an dieser Methode des Un/Sichtbarmachens in Zusammenhang mit dem Thema der Flucht ist der Umstand, wie der Westen mit Flüchtenden und Geflüchteten umgeht (nämlich unwürdig). In diesem Sinn zeigt Eicken ein Verdrängen, ein Nicht-sehen-Wollen.

Annette Cords stellt prägnante Verknüpfungen zwischen Text und Textil, Bild und Code, Oberfläche und Struktur her und hebt so vielschichtige Aspekte des Webens hervor. Die ausgestellten Arbeiten artikulieren Weben als eine facettenreiche, nuancierte, und oft unterschätzte Sprache, die Entwicklungen in Schrift, Malerei und Abstraktion aufgreift und ergänzt. Dies bezieht sich auch auf jene Webarbeiten, die auf einem 12-Schaft-Webstuhl entstanden sind. Hier revidiert und erweitert Cords den historischen Kontext und die Webstrukturen traditioneller amerikanischer Muster, die „Overshot“ genannt werden. In Blooming Leaf of Mexico etwa verweist die Originalbezeichnung des Musters auf aktuelle politische Auseinandersetzungen, während die Weiterentwicklung der Webstruktur vielfältige Wechselwirkungen zwischen Farbe und Muster erzeugt und zu komplexen, geometrischen Abstraktionen führt. 

Im Zuge der andauernden und fortschreitenden Digitalisierung von fotografischen Prozessen, hat sich sowohl der Entstehungs- als auch der Findungsprozess von fotografischen Bildern grundlegend gewandelt. Neu auftretende Fehlerquellen werden durch oberflächliche Vorteile – wie einem direkteren Zugang zum Medium, der Vereinfachung von zuvor technischen und chemisch aufwendigen Prozessen und einer generellen Beschleunigung der Abläufe überdeckt. Ob bei der Übersetzung von analogem Filmkorn in digitale Pixel oder bei der Postproduktion in bekannten Bildbearbeitungsprogrammen – bei jedem Schritt können sich Fehler und Schäden in die Bilder einschleichen, sich akkumulieren. Diese Fehler und Störungen sowie die neuen, digitalen Bildfindungsprozesse macht sich Lea Bräuer zu eigen und thematisiert sie in ihrer aus fünf Inkjet-Prints bestehen Arbeit Volatil. Exemplarisch nähert sich die Künstlerin einzelnen Phänomenen und gibt in ihren Aufnahmen durch ästhetische Überhöhung zufälligen und geplanten Missgeschicken Raum. 

Das Werk des Künstlers und Fotografen Moritz Jekat fokussiert auf die westliche und – speziell – auf die deutsche Gesellschaft und ihre zeitgenössischen Entwicklungen. Bilder von alltäglichen Kuriositäten, von Dingen und Orten, kombiniert mit selbstgebauten Installationen und skulpturenähnlichen Konstruktionen, gehören zu Jekats visuellem Repertoire. Bei Eleven: Artists of the Gallery zeigt Jekat Bilder von arrangierten Gebrauchsgegenständen in unvermuteten Zuständen. Die Lampe, der aufblasbare Pool, der Apple Computer – alles bekannt und doch alles deplatziert und derangiert.

Es sind die Gemälde der deutschen Romantik – und insbesondere die Caspar David Friedrichs –, die den in Berlin und Peking lebenden Meng Huang beeindrucken: Der Mönch am Meer oder die Abtei im Eichwald– beide in der Berliner Neuen Nationalgalerie hängend. Was Huang an diesen Bildern fasziniert, ist die von ihm bemerkte Verwandtschaft zu chinesischer Landschaftsmalerei, vor allem zu jener aus der Zeit der Song-Dynastie (960–1279 n. u. Z.). Auch auf den vier bei Eleven: Artists of the Gallery gezeigten, kleinformatigen Arbeiten aus seiner Waterscape-Serie zeigen sich Motive, die in beiden Epochen oft Verwendung finden: Wolken und Wasser. Wenn auf Huangs Gemälden aber – ganz im Gegensatz zu vielen Bildern Friedrichs – keine Menschen zu sehen sind, so ist dies auch ein Ausdruck von Isolation und Einsamkeit, von Atmosphären der Sehnsucht. 

Gudrun Petersdorff malt figürlich in Deckfarben - oft in verschiedenen Grün-, Blau- und Violetttönen. Bei Eleven: Artists of the Gallery bezieht die Künstlerin ihre Motive ausReisen an die deutsche Ostsee, auf die Insel Usedom. Zu sehen sind für die dortigen Seebäder typische Häuser, eingerahmt von teils still, teils bewegt erscheinender Natur. Menschliche Figuren sind in den winterlich wirkenden Bildern kaum auszumachen, und wenn, dann sind sie nur spärlich vertreten. So wird in Petersdorffs Bildkompositionen eine erfrischende Einsamkeit suggeriert.

Formal zeichnet sich Lisa Glauers künstlerische Arbeit u. a. dadurch aus, dass sie mit einer großen Anzahl unterschiedlicher Techniken, Materialien und Formen experimentiert. Bei Landing Strip for the Milky Way, ihre letzten Einzelausstellung (2019) bei KANG Contemporary arbeitete Glauer so mit einer ganze Reihe verschiedener Medien: etwa mit Zeichnungen mit Bleistift und Milch, mit einer Neonlicht-Arbeit, einem Kurzfilm, einer Installation und mit analogem Linoldruck. Auch für Eleven: Artists of the Gallery hat die Künstlerin Linoldrucke ausgewählt – farbige Abbildungen von Organen, zwischen Abstraktion und Konkretion.

Elisabeth Sonneck hat über die Jahre eine Reihe von skulpturalen Papierbildern entwickelt – Rollbilder, zylinderförmige Objekte. Die Künstlerin schafft so abstrakte Kompositionen, die auch als Interventionen eingesetzt werden können: Räumlich eingesetzt, wirken diese skulpturalen Elemente auf ihre Umgebung und skizzieren Möglichkeiten von Innenraumgestaltung. Um Dynamik und Harmonie mittels Abstraktion und unruhigen Formen darzustellen, verwendet Sonneck in ihren Kompositionen ganz unterschiedliche Farbkombinationen und -tonalitäten. Es liegt an den Betrachtenden, die auf den Oberflächen sichtbaren Überlagerungen zu entschlüsseln. Obwohl das konstruktive Moment den durchgängig weich wirkenden Skulpturen noch anzusehen ist, ist die Präsenz der Künstlerin fast vollständig aus den Arbeiten zurückgezogen.

Frank Coldeweys bei Eleven: Artists of the Gallery gezeigte Arbeiten changieren zwischen bemalten Skulpturen und skulpturalen Gemälden. Die aus Pappe, Streichhölzern, Nähgarn und anderen Materialien hergestellten architektonischen Gebilde sind mit weißem Acryllack gerade stabil genug verfestigt, um nicht in sich zusammenzustürzen. Die an der Wand angebrachten Werke sichern so äußerst fragil ihren eigenen, improvisiert erscheinenden Zustand ab. Dass sie derart hängend dem Wirken der Schwerkraft umso ungeschützter ausgesetzt sind, lässt ihren zerbrechlichen Charakter noch deutlicher hervortreten, macht sie aber gleichzeitig umso eigensinniger, je länger sie so verharren. 

Sabine Laidig hat in letzter Zeit ihre Auseinandersetzung mit Farbe, ihrer Materialität und ihrer Wirkung, in Zeichnung und Malerei fortgeführt. In ihren Arbeiten ist die Mathematik, sind Maß und Metrik wesentliche Hilfsmittel, die einer konzentrierten Abstraktion entspringen. Laidig erzeugt dabei im Zusammenspiel von Farbauftrag, Bildrhythmus und Lichtwirkung feinste Nuancen von Lichträumen, die das genaue Betrachten einfordern. Augenscheinlichste und charakteristischste Merkmale in ihren Bilder sind die extreme Reduktion der Mittel auf wenige Farbpigmente und die geringfügige Variation der Rhythmen von Streifen und Rastern. Bei Eleven: Artists of the Gallery zeigt Laidig kleinformatige Arbeiten auf MDF-Tafeln, die sich auf je eigene Weise mit Farbe, Licht, Klang und Rhythmus als Phänomene unserer Wahrnehmung auseinandersetzen. 

In a time of distance and isolation, KANG Contemporary gallery is presenting eleven of its artists together, bringing their work into the foreground in the shared exhibition, Eleven: Artists of the Gallery.

In her paintings, Vemo Hang explores various possibilities of combining and juxtaposing abstract pictorial elements and landscape images. For this she uses two types of images: wall-mounted, painterly sculptural installations on the one hand, and landscape painting on canvas on the other. In different ways, Hang invites the viewer to reflect on concepts of landscape and spatiality. While her sculptural installations depict exaggeratedly enlarged models of Go/Weiqi tokens, the landscapes in Hang's paintings are imaginary places that are seamlessly assembled from a multitude of independent scenes. The paintings are modern variants of Shanshui, a style of traditional Chinese landscape painting.

Since the beginning of the 2000s, Dirk Eicken has concentrated on the use of photographs from contemporary events, including using them as a starting point for his multi-layered acrylic and oil paintings. In Eleven: Artists of the Gallery he shows a series of monochromatically painted pictures. The works consist of two canvases, with the lower, hidden layer depicting photorealistic portraits of refugees, while the upper layer covers these paintings. Each work is titled with the name of the portrayed fugitive. Eickens' interest in this method of non/visibility in connection with the theme of flight reflects the way the West deals with refugees and fugitives (namely, as unworthy). In this sense, Eicken reveals a repression, a willingness not to see.

Annette Cords creates concise links between text and textile, image and code, surface and structure, thus highlighting multi-layered aspects of weaving. The exhibited works articulate weaving as a multifaceted, nuanced, and often underestimated language that picks up and complements developments in writing, painting, and abstraction. This also applies to particular weaving works that were created on a 12-shaft loom. Here Cords revises and expands the historical context and weaving structures of traditional American patterns called "overshot". In Blooming Leaf of Mexico, for example, the original name of the pattern refers to current political debates, while the further development of the weaving structure creates manifold interactions between color and pattern, leading to complex geometric abstractions. 

In the course of the ongoing and progressive digitalization of photographic processes, both the process of creating and finding photographic images has changed fundamentally. Newly emerging sources of error are being masked by superficial advantages – such as more direct access to the medium, the simplification of previously technical and chemically complex processes, and a general acceleration of workflows. Whether in the translation of analog film grain into digital pixels or in post-production in familiar image processing programs – at every step, errors and damage can creep into the images, and they accumulate. Lea Bräuer appropriates these errors and disturbances, as well as the new, digital image-finding processes; she makes them her own and addresses them in her work, Volatil, which consists of five inkjet prints. The artist approaches individual phenomena in an exemplary manner and, by means of aesthetic exaggeration, gives space to accidental and planned misfortunes in her photographs.

The work of the artist and photographer Moritz Jekat focuses on Western, and especially  German, society and its contemporary developments. Images of everyday curiosities, of things and places, combined with self-made installations and sculpture-like constructions, are part of Jekat's visual repertoire. In Eleven: Artists of the Gallery, Jekat shows images of arranged everyday objects in unexpected states. The lamp, the inflatable pool, the Apple computer – all familiar and yet all misplaced and disarranged.

The paintings of German Romanticism – and especially those of Caspar David Friedrich, such as The Monk by the Seaor Abbey in the Oakwood, both of which hang in the Old National Gallery in Berlin  – have strongly impressed Meng Huang, who lives in both Berlin and Beijing. What fascinates Huang in these pictures is the relationship he notes to Chinese landscape painting, especially to that of the Song Dynasty (960-1279 AD). The four small-format works from his Waterscapeseries shown at Eleven: Artists of the Gallery also depict motifs that are often employed in both eras: clouds and water. But if – in contrast to many of Friedrich's paintings – no people are to be seen in Huang's paintings, this is also an expression of isolation and loneliness, of atmospheres of longing.

Gudrun Petersdorff paints figuratively in opaque colors – often in various shades of green, blue and violet. In the work shown in Eleven: Artists of the Gallery, the artist draws her motifs from trips to the German Baltic Sea, to the island of Usedom. Houses typical of seaside resorts are on view, framed by nature that appears sometimes still and sometimes activated. Human figures can hardly be seen in these wintery pictures, and if they are, they are represented only sparsely. Thus a refreshing loneliness is suggested in Petersdorff's pictorial compositions.

Formally, Lisa Glauer's artistic work is characterized by, among other things, her experimentation with a variety of techniques, materials and forms. In Landing Strip for the Milky Way, her last solo exhibition (2019) at KANG Contemporary, Glauer worked with a whole range of different media: with drawings in pencil and milk, a neon light work, a short film, an installation, and an analog linoleum print. For Eleven: Artists of the Gallerythe artist has chosen linocuts – colored images of organs – between abstraction and concreteness.

Elisabeth Sonneck has developed a range of sculptural paper pictures over the years – scroll paintings, cylindrical objects. The artist thus creates abstract compositions that can also be used as spatial interventions; these sculptural elements have an effect on their surroundings and suggest possibilities interior spatial design. To represent dynamics and harmony by means of abstraction and restless forms, Sonneck uses very different color combinations and tonalities in her compositions. It is up to the viewer to decipher the overlays visible on the surfaces. Although the constructive moment can still be seen in the consistently soft-looking sculptures, the artist's presence is almost completely withdrawn from the works.

Frank Coldewey's works shown at Eleven: Artists of the Galleryoscillate between painted sculptures and sculptural paintings. The architectural structures made of cardboard, matches, sewing thread, and other materials are consolidated with white acrylic varnish that render them just stable enough not to collapse. The works mounted on the wall thus secure their own improvised state in an extremely fragile manner. That their hanging in this way exposes them to the effects of gravity makes their fragile character apparent. At the same time, the longer they persist in this suspended position, the more obstinate they seem to be.

In her recent drawings and paintings, Sabine Laidig continues her examination of color, its materiality and its effect. Mathematics, measurement and metrics remain fundamental resources from which a concentrated abstraction arises. In an interplay of color application, pictorial rhythm and light effects, Laidig generates the finest nuances of spaces created by light, demanding our precise observation. The most apparent and characteristic features in her paintings are the extremely reduced application of few colour pigments and the slight variations in the rhythm of stripes and grid patterns. In Eleven: Artists of the Gallery, Laidig shows small format works created on MDF panels, which each in their own way confront us with colour, light, tone and rhythm as phenomena of our perception.

Text edit Carolyn Prescott

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